| Auf einem 84.000
m2 großen Areal ist in enger Kooperation zwischen
der Stadt Krems, Eco Plus, der Donau Universität Krems, der
IMC Fachhochschule Krems und dem Regionalen Innovationszentrum ein
interessanter Betriebsstandort für Unternehmen aus dem Bereich
Biomedizin geschaffen worden - der Bio Science Park, welcher Krems
als Biotechnologie-Standort etabliert.

Die Ausbildungskonzentration im Bereich Biotechnologie durch Donau
Uni Krems und FH mit entsprechenden Fachleuten dieses Bereichs sind
ein wichtiger Indikator für neue Betriebsansiedlungen im Bereich
Biotechnologie.
Um die Schulungs- und Forschungseinrichtungen haben und sollen
sich technologische Zentren und Betriebsansiedlungen entwickeln,
wodurch in Krems ein so genannter Technopol entstanden ist. So hat
sich z.B. der Pharmakonzern Baxter mit einer Impfstoffproduktion
in Krems niedergelassen.
Das im März 2003 eröffnete Biotechnologiezentrum Krems
(BTZ) ist ein wesentlicher Teil des vom Land Niederösterreich
bzw. von Eco Plus etablierten (Bio)Technologie-Standortes für
diese Region, bei dem biotechnologische Wirtschafts- und Forschungsaktivitäten
im Mittelpunkt stehen (z.B. Stammzellen-Forschung).
Extrem kurze Planungs- und Umsetzungsphase
Das BTZ stellt aus der Sicht eines TGA-Planers ein Musterbeispiel
dar, wie die Kooperationsachse - Bauherr-Architekt-Planer-Ausführende
- sein kann und sein sollte. Die Umsetzung des BTZ war von einer
extrem kurzen Planungs- und Umsetzungsphase gekennzeichnet: Im Juli
2002 wurden erste Gespräche über das Projekt mit dem Bauherrn
(Eco Plus BTZ / Mag. Gerhard Schmid), dem Architekturbüro Holzbauer
(Arch. DI Erich Grasser), Statik Büro Ferro & Partner (DI
Peter Ferro, DI Franz Höller) und Schmidt Reuter (Prok. Manfred
Thonhauser, Ing. Michael Schubert) geführt. Der Einzugstermin
für die Fachhochschule wurde mit Februar 2003 unumstößlich
vorgegeben.

v.l.n.r.: Ing. Michael Schubert (Schmidt Reuter), Mag. Gerhard Schmid
(Eco Plus / BTZ), Prok. Manfred Thonhauser (Schmidt Reuter)
Für die komplette Planung und Ausführung
standen also in Summe nicht mehr als sechs Monate über den
Winterzeitraum 2002/2003 zur Verfügung. Nur durch den permanenten,
offenen Dialog, die Aufgeschlossenheit des Bauherrn und die volle
Konzentration aller Planungsbeteiligten wie Ausführenden waren
diese Vorgaben überhaupt zu schaffen. Erfreulicher Weise wurden
auch die Nutzer in das Planungsgeschehen miteinbezogen - für
die TGA-Planung, aber auch im Sinne von Komfort und Gebäudeinfrastruktur
für die Nutzer selbst, ein sehr wichtiger Faktor, der beim
BTZ trotz Zeitnot erfüllt wurde.
Durch die zeitlichen Rahmenbedingungen und die Tatsache, dass es
sich um eine reine Winterbaustelle handelt, reduzierte die Liste
möglicher Ausführender quasi von selbst. Erfreulicherweise
war das Baugeschehen trotz Jahrhundert-Hochwasser und dank weiteren
Glücks mit dem Wetter nicht weiter beeinträchtigt.
Flexible Nutzung und Auslegung
Für die nächsten 3 Jahre bietet das BTZ der IMC Fachhochschule
Krems auf 3.300 m2 ausreichend Platz und Möglichkeit
(Labors, Schulungsräume, ...) zur Ausbildung neuer Fachkräfte.
Nach dieser Zeit wird die FH umziehen und das BTZ anderen Unternehmen
und Forschungsinstitutionen, die sich vom Bio Science Park angezogen
fühlen, als Ansiedlungsmöglichkeit dienen.
Das Wissen um das "Ablaufdatum" der jetzigen Nutzung
floss in die TGA-Planung ein: Durch größere Zwischendecken,
entsprechende Leerverrohrungen kann das BTZ den Bedürfnissen
der kommenden Nutzer angepasst werden. Auch für eine spätere
Erweiterung der Lüftungsanlagen, evtl. hinzukommende Abwasserbereitungsanlagen
und für den Einbau von Reinräumen wurden Technikflächen
eingeplant.
Heizung
Die Labor- und Seminarräume im Erdgeschoß werden über
die Lüftungsanlage beheizt. Die Wärmeabgabe in den Administrations-
und Seminarräumen des Obergeschoßes erfolgt mittels 4-Leiter
Fan Coils. Die Gänge und die Räumlichkeiten im Keller
werden mit Gebläsekonvektoren bzw. Radiatoren beheizt. Durch
die Ausrichtung der Fan Coil - Aufstellung je Fensterachse wurde
für spätere Vermietungen die Möglichkeit für
flexible Raumteilungen erreicht.
Kälte
Die Versorgung der RLT-Anlagen bzw. der Einrichtungen zur Konditionierung
der Raumluftzustände in Büros, Seminarräumen und
Laborbereichen mit Kälte erfolgt über eine zentrale Kälteanlage
(Gesamtleistung 165 kW) in der Technikzentrale im Dachgeschoß.
Zur Abdeckung der Winterkälte ist ein Glyko-Rückkühler
für Free-Cooling-Betrieb installiert. Für eine mögliche
Erweiterung der Kälteanlage wurde in der Technikzentrale ein
Platzvorhalt eingeplant.
Gebäudeautomation
Zur rationellen Energienutzung und Betriebskostenoptimierung wurde
ein digitales Automationssystem integriert, über das die haus-
und betriebstechnischen Anlagen zentral überwacht, gesteuert,
geregelt und optimiert werden können. Auf Grund der Mieterbedürfnisse
wurde in das System ein Einzelraumregelungssystem zur individuellen
Raumkonditionierung und Lichtschaltung integriert.
TGA-Planung und örtliche Bauaufsicht
Schmidt Reuter Planung für Betriebs- und Gebäudetechnik
GesmbH, Wien / Prok. Manfred Thonhauser, Ing. Michael
Schubert
Bauherr
Eco Plus / Biotechnologiezentrum Krems GesmbH / Mag. Gerhard Schmid
Architekt
Büro Prof. Mag. Arch. Wilhelm Holzbauer / Arch. DI Erich Grasser
Statik
Ferro & Partner / Franz Höller
Bauphysik
DI Habian
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