| Niederösterreich
startete eine groß angelegte Technologieoffensive, bei der
unter anderem der Aufbau von Kompetenzzentren und Clustern unterstützt
wird. Im Land unter der Enns haben sich vor allem drei wichtige
Technologiestandorte herausgebildet: Wr. Neustadt, Tulln (mit Agrarbiotechnologie)
und Krems (mit Biotechnologie). In Wr. Neustadt hat sich im Eco-Plus-Wirtschaftspark
sowie auf dem angrenzenden Areal der Civitas Nova ein zukunftsweisender
Forschungs- und Technikstandort, vor allem im Bereich Mikrosystemtechnik,
entwickelt.
Das TFZ in Wiener Neustadt
Im Gebäude der ersten Ausbaustufe des TFZ wurde die Fachhochschule
Wr. Neustadt untergebracht. Die darauffolgende zweite Ausbaustufe
(Bauabschnitt 2 / BA2) war rasch ausgelastet – unter den Mietern
befinden sich namhafte Forschungseinrichtungen, wie das Kompetenzzentrum
für angewandte Elektrochemie ECHEM, das Rehabtechnikprojekt
des Austrian Research Centers Seibersdorf, Forschungsprojekte der
TU Wien, die Fotec GesmbH, unter anderem mit einem Reinraumprojekt
und die Österreichische Gesellschaft für Mikrosystemtechnik.
 Auf Grund
der Auslastung des bestehenden Gebäudes und des großen
Interesses für weitere Flächen wurde 2002 ein Erweiterungsbau
begonnen. Das neue Gebäude (Bauabschnitt 3 / BA3) wurde mit
einer Bruttogeschoßfläche von 4.700m2 errichtet.
Im ersten und zweiten Obergeschoß sind die beiden Gebäude
mit einer Brücke verbunden. Auch hier wurden vor Bauende schnell
Mieter gefunden: Das neue Kompetenzzentrum für Tribologie,
die Erweiterung des Projektes ECHEM, ein Projekt für Mikrosystemtechnik
sowie ein Projekt des Austrian Research Centers Seibersdorf haben
seit kurzem hier ihren Sitz.
Die architektonische Gestaltung dieses Gebäudes hat –
wie schon beim Hauptgebäude – das Büro von Stararchitekt
Prof. Mag. Arch. Wilhelm Holzbauer übernommen. Der Erweiterungsbau
ist ebenfalls eine Spezialimmobilie mit hochwertiger Basisinfrastruktur,
einem hohen Anteil von Labor-, Forschungs- und Werkstättenflächen
und entsprechender TGA-Infrastruktur.
Heizung
Für die Abdeckung der mittels Fernwärme abgedeckten Gesamtwärmeleistung
von 300kW (BA2: 680 kW) wurde ein Primärumformer eingebaut.
Die Wärmeabgabe in den Büro- und Besprechungsräumen
erfolgt über 4-Leiter-Gebläsekonvektoren (Fan-Coils),
die Foyers wurden über Fußbodenheizungen und die Laborräume
mittels Radiatoren beheizt.
Um eine den Mieterfordernissen angepaßte, flexible Raumteilung
zu ermöglichen, wurde je Fensterachse ein Gerät bzw. ein
Heizkörper angeordnet.
Kälte
Die Kälteversorgung der RLT-Anlagen bzw. kältetechnischen
Einrichtungen zur Konditionierung des Raumluftzustandes in Büros
und Sonderräumen erfolgt jeweils über die zentrale Kälteanlage
in der Technikzentrale des Bauabschnittes 2.
Ausgeführt wurden wassergekühlte Kolbenverdichter, die
in der Kältezentrale am Dach situiert sind. Die zur Zeit installierte
Gesamtkälteleistung (für BA2 und BA3) beträgt 765
kW, wobei 230 kW Kälteleistung für den Bauabschnitt 3
zur Verfügung stehen. Zur Abdeckung der Winterkälte sind
Glykorückkühler für Free-Cooling-Betrieb installiert.
Für eine mögliche Erweiterung der Kälteanlage auf
Grund steigender Nutzeranforderungen wurde ein Platzvorhalt in der
Kältezentrale eingeplant.
Zusätzlich zur Raumentwärmung über die Lüftungsanlagen
erfolgt die zur Nachkonditionierung der Büro- und Sonderräume
erforderliche Kühlung mittels 4-Leiter-Gebläsekonvektoren;
bei den Labors sind teilweise vor Ort situierte Nachkühlregister
eingebaut.
Lüftung und Klima
Sämtliche Räume wie Lager, Gänge, etc., die nach
den Vorschriften oder aus der Notwendigkeit der Nutzung heraus lufttechnisch
behandelt werden müssen, werden be- und entlüftet.
Die diesbezügliche Ausstattung umfasst Einrichtungen für
Luftfilterung, Wärmerückgewinnung und Lufterwärmung.
Räume mit Anforderungen an geregelte Temperatur im Sommer und
Winter, wie Labor, Werkstätte und Maschinen-Labor sind teilklimatisiert
und umfassen entsprechende Einrichtungen (Luftfilterung, Wärmerückgewinnung,
Lufterwärmung und -kühlung). Zusätzlich wurde gemäß
den Nutzungsanforderungen in Labors örtlich situierte, einzelregelbare
Luftbefeuchteranlagen eingebaut.
Im Bauabschnitt 2 befindet sich auch ein Reinraum. Um die definierten
Grenzwerte für den Betrieb zu gewährleisten, wurden entsprechende
Einrichtungen zur Luftfilterung, Wärmerückgewinnung, Luft-Vorwärmung,
-kühlung, -befeuchtung, -entfeuchtung, -nachheizung, zusätzliche
Filterstufen sowie hochdichte Klappen integriert.
Deionisiertes Wasser
Das für den Laborbetrieb im Reinraum (in BA2) benötigte
deionisierte Wasser wird durch eine Osmose-Anlage, der eine eigene
Enthärtungsanlage vorgeschaltet ist, hergestellt. Die Anlage
liefert 50l/h deionisiertes Wasser, das in einem 500l Tank zwischengespeichert
wird. Um eine Verkeimung bei längerer Nichtentnahme zu vermeiden,
wird das Osmose-Wasser aus dem Puffer-Tank über Filter, UV-Entkeimung
und Mischbettpatronen wieder in den Tank gepumpt. Für den weiteren
Ausbau wurden Abzweiger in der Steigleitung integriert.
Reinst-Gase / Technische Gase
Im BA2 und BA3 wurden für einige Mieter Flaschenbatterien mit
automatischer Umschaltung für Sauerstoff, Stickstoff, Wasserstoff
und Pressluft (alle Reinst-Gasanlagen) sowie für Stickstoff
und Helium (als technische Gase) in einem zentralen Flaschenlager
eingebaut. Im BA2 wurde im zweiten Obergeschoss für den Mieter
ECHEM ein Gaslagerraum (Reinst-Gase) mit automatischen Umschalteranlagen
eingerichtet.
Gebäudeautomation
Zur rationellen Energienutzung und Betriebskostenoptimierung wurde
ein digitales Automationssystem integriert, über das die haus-
und betriebstechnischen Anlagen zentral überwacht, gesteuert,
geregelt und optimiert werden können. Das GLT-System besteht
aus Leitrechner, Bedienstation, Automatisierungsgeräten, HLS-Schaltschränken,
Peripherie und Software. Auf Grund der Mieterbedürfnisse wurde
in das System ein Einzelraumregelungssystem zur individuellen Raumkonditionierung
und Lichtschaltung integriert.
Brandmeldeanlage
Für beide Bauabschnitte wurde jeweils eine eigene Brandmeldeanlage
gemäß TRVB S 123 mitz automatischer Alarmierung an die
Feuerwehr Wr. Neustadt geplant. Über die Brandfallsteuerung
werden Türen, Brandschutzklappen, Rauchabzugsanlagen etc. angesteuert.
Die Brandentrauchung wird im Alarmfall über sich automatisch
öffnende Lichtkuppeln im Dach durchgeführt.
Sicherheitsanlagen
Der Anlagenaußenschutz umfasst die Zugangstüren im Gartengeschoss.
Für den Innenschutz sind Leerverrohrungen für den optionalen
Einbau von Türüberwachung, Türsprechstelle, Kartenleser
und elektrische Türöffner durch die Mieter vorbereitet.
TGA-Planung und örtliche Bauaufsicht
Schmidt Reuter GesmbH, Wien
Bauherr
TFZ-Technologie und Forschungszentrum Wr. Neustadt GmbH / Mag. Gerhard Schmid
Architekt
Büro Prof. Mag. Arch. Wilhelm Holzbauer / Arch. DI Erich Grasser
Gesamtherstellungskosten
13,6 Mio Euro (BA2 + BA3)
Herstellungskosten TGA
4,2 Mio Euro
|