TGA-Planung 2008

Ein Baukasten voll kluger Lösungen

Gebäudeausrüstung für KIKA-Märkte in Mittel-Ost-Europa

Das Planungsbüro Schmidt Reuter ist TGA-Planungspartner der Kika Möbelhandelsges.m.b.H. bei der Errichtung zahlreicher Kika-Märkte in östlichen Nachbarländern.

Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wird dabei nicht jeder einzelne Markt von Grund auf neu geplant. Vielmehr wurde von eine Bau- und Ausstattungsbeschreibung sowie eine Leitplanung für die Technische Gebäudeausrüstung erstellt, gegliedert in verschieden große Module, aus denen man im Sinne eines Baukastensystems bei der Realisierung der einzelnen Kika-Märkte wählen kann. Der für das jeweilige Projekt ausgewählte Generalunternehmer für die Errichtung der Anlagen führt auf Grund dieser Vorgaben und der örtlichen Gegebenheiten die Ausführungsplanung durch.

Das Büro Schmidt Reuter war für die Leitplanung sämtlicher gebäudetechnischer Anlagen verantwortlich, darunter Heizung (Kesselanlagen, Fernwärme-Umformeranlagen, Wärmeeinbringung), Kältetechnik, Lüftungstechnik, Sanitäranlagen, Sprinkleranlagen, Elektrotechnik (Starkstrom, Schwachstrom), Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, Gebäudeleittechnik sowie die Anbindung an das zentrale Leit- und Informationssystem des Auftraggebers. Spezielle Lösungen wurden bei der Kälteerzeugung sowie bei der EIB-Steuerung von Beleuchtung und Verschattung realisiert.

Heizungstechnik

Als Heizsysteme kommen einerseits stufenlos regelbare Gasbrenner, andererseits Fernwärme-Systeme zum Einsatz, für die entsprechende Umformeranlagen geplant wurden. Die Wärmeeinbringung erfolgt über Stahlplattenheizkörper, Luftheizapparate und Torluftschleier.

In denjenigen Räumen, in denen zwecks Kühlung Fan-Coils vorgesehen sind, ist die Regelung der Heizkörper mit der des Kühlsystems abgestimmt.

Kältetechnische Lösung

Besondere Aufmerksamkeit wurde auf die Wahl der Kälteerzeugungsart gelegt. Auf der Basis von Systemvergleichen sowie auf Grundlage von Wirtschaftlichkeitsberechnungen wurde für die Kälteerzeugung das System „Kältemaschine in Verbindung mit Eisspeicher“ gewählt.

Die Kältemaschine lädt außerhalb der Betriebszeit die Eisspeicher auf und nützt dabei den günstigen Stromtarif in der Nacht. Diese Betriebsart schneidet durch die so erzielten geringeren Betriebskosten besonders angesichts steigender Energiepreise in Ostmitteleuropa im Vergleich mit einem System mit Rückkühlung besser ab.

Dieses System der Kälteerzeugung kommt in Verbindung mit Zwei-Wege-Deckenkassettenklimageräten und Zwei-Leiter-Gebläsekonvektoren (Fan-Coils) zum Einsatz.

Lüftungstechnik

Je nach Größe des Verkaufsbereiches eines Marktes wird die notwendige Anzahl an Lüftungsgeräten vorgesehen, die mit einem Rotationswärmerückgewinnungsteil ausgestattet sind. Die Lufteinbringung in den einzelnen Geschoßen erfolgt über Drallauslässe mit Reguliereinrichtung.

Eigene Lüftungslösungen gibt es zur Klimatisierung von Küche, Restaurant und Kaffeehaus.

Sanitär- und Sprinklertechnik

Die Wasseraufbereitung erfolgt im Küchen- und Restaurantbereich in einer eigenen Zentrale. Zur Aufwärmung dient ein Plattenwärmetauscher, der primärseitig aus dem Heizungssystem angespeist wird. Ein Auskühlen der Warmwasserleitungen wird über ein, von der Gebäudeleittechnik gesteuertes Zirkulationssystem verhindert. Weiters ist eine Sprinkleranlage als Vollschutz gemäß TRVB S 127 vorgesehen.

Elektrotechnik

Die von Schmidt Reuter durchgeführte Leitplanung umfasste auch alle starkstromtechnischen Einrichtungen wie Trafostationen, Zähler, Blindstromkompensationsanlage, Netzersatzanlage, USV-Anlage sowie die Festlegung der notwendigen elektrischen Installationen. Auch die schwachstromtechnischen Anlagen (Brandmeldeanlage, Lautsprecheranlage, Sicherheits- und Videosprechanlage) wurden geplant.

Steuersystem auf EIB-Basis

Für die Steuerung der zentral bedienten Beleuchtungs- und Jalousieanlagen ist eine Steuersystem auf EIB-Basis vorgesehen, um die Betriebskosten möglichst gering zu halten. Jalousien, Rolladen und dergleichen werden vom Haupt-Infostand über ein KNX-Bedientableau und im Haustechnikraum über ein Beschattungssteuertableau gesteuert. Außenjalousien, die windempfindlich sind, werden mit Windsensoren mit einstellbaren Ansprechwerten bei Gefahr von Zerstörung automatisch in die sichere Position gefahren. Zusätzlich ist die Einbindung von Regen- und Sonnenstandssensoren vorgesehen.

Die Möglichkeit des Fernzugriffs auf die AIB-Anlage sowie die Fernwartung derselben ist vorgesehen.

Gebäudeleittechnik

Die Objekte sind mit einem Gebäudeleitsystem in DDC-Technik ausgestattet, mit dem alle Funktionen, Betriebszustände, Alarme, Schalt- und Steuerbefehle angezeigt bzw. durchgeführt werden können (beispielsweise Regelung der Heizungs-, Lüftungs- und Kälteanlagen, Anzeige der Betriebszustände der Sanitäranlagen, elektrischen Versorgungseinrichtungen und der Brandmeldeanlage sowie Durchführung von Energieoptimierungsprogrammen nach der jeweiligen Versorgungssituation).

Über Schnittstellen werden Informationen auf das zentrale Leit- und Informationssystem der Einrichtungshäuser geliefert.

Laufende Untersuchungen

Im Rahmen der Zusammenarbeit mit Kika wird auch eine Reihe von laufenden Untersuchungen durchgeführt, die die Wirtschaftlichkeit bestimmter technischer Lösungen überprüfen sollen.

Darunter sind der Einsatz von Solaranlagen zur Warmwasserbereitung, wasserlose Urinalspülungen, die Einsatzmöglichkeiten der Regenwassernutzung sowie die Verwendung von Waschtisch-Selbstschlussarmaturen.

Resümme über das Arbeiten in den Nachbarländern

Im Allgemeinen konnten mit den in den jeweiligen Ländern vor Ort tätigen Unternehmen gute Erfahrungen gemacht werden. In einigen Fragen der Betriebsführung ist sicher noch ein Know-How Transfer im Gange. Wichtig für den Planer ist, auf einen lokalen Planungspartner zurückgreifen zu können, der die Kontakte zu den regionalen Behörden, vor allem auch die Einreichung in der Landessprache, erledigt.

Das Projekt am Beispiel Kika Prag Letnany, Tschechien:

TGA-Planung Schmidt Reuter Planung für Betriebs- und Gebäudetechnik GmbH
Architekt Baumeister Ing. Michael Ebner, Wiener Neustadt
Anzahl Geschoße 3
Baubeginn August 2005
Eröffnung 20. März 2006