TGA-Planung 2013

Ing. Jürgen Enne

Licht an

Effiziente Straßenbeleuchtung am Industriezentrum NÖ-Süd

Im wirtschaftlich leistungsfähigsten Gebiet Österreichs, dem Industriezentrum NÖ-Süd (kurz „IZ Süd“ genannt) in Wiener Neudorf sind auf 280 ha Fläche derzeit rund 320 Unternehmen
mit mehr als 10.525 Arbeitsplätzen angesiedelt. Neben der ausgezeichneten Lage im Ballungsraum Wien ist die sehr gute Infrastruktur am Gelände ein Magnet für Firmen aller Größen und Branchen.


Folgend einige Eckdaten, um die Ausmaße des IZ NÖ-Süd
zu erfassen:

  • 17,2 km Straße
  • 13,0 km Eisenbahnnetz
  • 17,4 km Regenwasserleitung
  • 13,9 km Schmutzwasserleitung
  • 16,7 km Trinkwasserleitung
  • eigene Kläranlage (15.000 EGW)
  • 100.000 m² Grünfläche mit Wiese, Büschen und Bäumen

Der bereits 1962 gegründete Wirtschaftspark wird von ecoplus, der Wirtschaftsagentur des Landes Niederösterreich, verwaltet. Die Kernkompetenz liegt in der Errichtung von maßgeschneiderten Mietobjekten mit Expansionsmöglichkeit.

Das Vorhaben

Zu Beginn des Projektes wurde der aktuelle Zustand der Anlage (Fundamente, Maste, Leuchtmittel,…) im Rahmen einer Bestandsaufnahme erhoben.

Die bestehende Straßenbeleuchtungsanlage, die mittels 40W T38-Leuchtstofflampen auf 7,5 m Peitschen-Ausleger-masten in den 1980er Jahren errichtet wurde, hat ihr Lebensende erreicht und bedarf einer umfassenden Erneuerung.

Insgesamt befinden sich am Gelände 372 Lichtpunkte mit 384 Leuchten. Die Energieversorgung der Beleuchtungsanlage erfolgt über mehrere auf dem Gelände verteilten Einspeisepunkte (Transformatorstationen). Die weitere Verteilung führt über die den Straßenabschnitten zugewiesenen Verteilerkästen weiter zu den einzelnen Leuchten.

Die grundlegenden Voraussetzungen des Bauherren an die neue Anlage waren:

  • möglichst große Energieeinsparung
  • der Einsatz einer zukunftstauglichen Technik
  • einfache Handhabung und Wartbarkeit.


Als lichttechnische Referenz wurde die ÖNORM EN 13201 herangezogen. Eine Erhebung der Verhältnisse vor Ort ergab, dass bei den Fahrbahnen die Beleuchtungsklasse ME5 sowie bei den Gehsteigen die Klasse S4 anzuwenden ist. Nach Bewertung der Vorgaben ergab sich die LEDTechnologie als einzige für das Projekt geeignete Technik. Sie erfüllt sämtliche Vorgaben des Bauherrn und hat noch weitere Vorteile, wie z.B. eine wesentlich längere Systemlebensdauer und strahlt kein UV-Licht aus (Insekten).

Da die Mastabstände vom Bestand her vorgegeben waren (durchschnittlich 32 m), kam der Auswahl der richtigen Lichtoptik (tief strahlend, breit strahlend,…) eine entscheidende Rolle zu. Jede einzelne LED besitzt eine eigene Prismenoptik, die das emittierte Licht optimal in die gewünschte Richtung, in diesem Fall auf die Fahrbahn, lenkt.

Dadurch wird auch die sogenannte „Lichtverschmutzung“ des Nachthimmels nahezu auf Null reduziert. Die bestehenden Leuchtmittel mit einer Leistungsaufnahme von 92 Watt (2x40W T38-Leuchtstofflampen) werden auf
LED-Leuchten mit einer Systemleistung von ca. 54 Watt getauscht.

Vergleich des Energieverbrauches Bestand mit LED:
Bestandsanlage: 142.000 kWh/Jahr
LED ohne Dimmung: 83.000 kWh/Jahr (-41,3%)
LED mit Dimmung: 63.000 kWh/Jahr (-55,92%)

Gleichzeitig konnten die Leuchtdichten auf den Berechnungsflächen (Fahrbahn, Gehsteig) erheblich gesteigert werden. Durch den Einsatz von LED-Leuchten kann also der Energieverbrauch um mindestens 40 % gesenkt werden bei gleichzeitig verbessertem Beleuchtungsniveau.

Die Lichtmaste werden, falls notwendig, abgebrochen und in Beton-Fundamentrohren mit Kiesfüllung wieder errichtet, um die Maste nach Unfällen problemlos und schnell tauschen zu können.

Die Verteilerkästen der Bestandsanlage wurden teilweise schwer in Mitleidenschaft gezogen und werden im vorliegenden Projekt zum Tausch aufgenommen. Da auch die Stromverkabelung der Lichtpunkte teilweise noch aus der Zeit der Errichtung stammt, ist diese ebenfalls im Zuge des Projektes zu erneuern. Zusätzlich wird die Datenübertragung der Videoüberwachungskameras der Zufahrtsstraßen zur Zentrale von WLAN auf Glasfaserkabel umgestellt.

Die Realisierung des Gesamtprojektes ist bis zum Jahr 2014 vorgesehen. In mehreren Etappen werden die notwendigen Grabungsarbeiten auch mit Einbautenträgern (Wien Energie, A1, …) abgestimmt und dementsprechend eingetaktet, um das Projekt kosteneffizient umzusetzen.